Summen- und Saldenliste verstehen: Was die SuSa über Ihr Unternehmen verrät

CANEI-Expertenteam18. Juni 20265 Min. Lesezeit

Jeden Monat erstellt Ihre Buchhaltung eine Summen- und Saldenliste – und in den meisten Unternehmen wandert sie ungelesen in den Ordner. Dabei steht in der SuSa fast alles, was Sie über die finanzielle Verfassung Ihres Unternehmens wissen müssen. Man muss sie nur zu lesen wissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SuSa zeigt alle Konten mit ihren Salden – sie ist die Rohfassung von Bilanz und GuV.
  • Liquidität, Forderungen, Verbindlichkeiten und Rohertrag lassen sich direkt herauslesen.
  • Warnsignale wie wachsende Forderungsbestände fallen in der SuSa früher auf als in der BWA.
  • Die SuSa blickt nur zurück – für Entscheidungen braucht es zusätzlich eine Planung.

Was die Summen- und Saldenliste eigentlich ist

Die Summen- und Saldenliste (SuSa) listet sämtliche Konten Ihrer Buchhaltung mit Anfangsbestand, den aufgelaufenen Soll- und Haben-Umsätzen und dem aktuellen Saldo auf. Sie ist damit die vollständigste Auswertung, die Ihre Buchhaltung produziert: Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sind letztlich nur verdichtete Sichten auf genau diese Konten. Wer die SuSa liest, sieht das Unternehmen ohne Verdichtung – Konto für Konto.

In Deutschland folgt die Kontenstruktur meist den Standardkontenrahmen SKR 03 oder SKR 04. Die Logik ist in beiden Fällen dieselbe: Bestandskonten zeigen, was das Unternehmen besitzt und schuldet; Erfolgskonten zeigen, womit es Geld verdient und wofür es Geld ausgibt.

Vier Fragen, die Ihre SuSa direkt beantwortet

  • Wie liquide sind wir? Kassen- und Bankkonten zeigen den tatsächlichen Bestand an Zahlungsmitteln – ohne Schönfärberei.
  • Zahlen unsere Kunden? Der Saldo der Forderungskonten im Verhältnis zum Umsatz verrät, wie viel Geld draußen steht und ob es mehr wird.
  • Wem schulden wir wie viel? Verbindlichkeiten aus Lieferungen, Bankdarlehen und Kontokorrent stehen schwarz auf weiß in den Passivkonten.
  • Verdienen wir am Kerngeschäft? Umsatzerlöse abzüglich Material- und Wareneinsatz ergeben den Rohertrag – die Basis jeder Ertragskraft.

Warnsignale, die in der SuSa früher sichtbar sind

Weil die SuSa nicht verdichtet, zeigt sie Entwicklungen, die in der BWA untergehen. Ein Forderungsbestand, der schneller wächst als der Umsatz, deutet auf Zahlungsverzögerungen oder Ausfälle hin. Ein dauerhaft ausgereizter Kontokorrent bei gleichzeitig hohen Forderungen zeigt gebundenes Working Capital. Steigende Salden auf Verrechnungs- oder Interimskonten sind oft ein Hinweis auf ungeklärte Buchungen – und damit auf ein verzerrtes Zahlenbild.

Praxis-Tipp

Vergleichen Sie Ihre SuSa nicht nur mit dem Vormonat, sondern immer auch mit dem gleichen Monat des Vorjahres. Saisonale Effekte verschwinden – strukturelle Veränderungen bleiben sichtbar.

Wo die SuSa an ihre Grenzen kommt

So wertvoll die SuSa ist – sie hat zwei blinde Flecken. Erstens ist sie eine Stichtagsbetrachtung: Sie zeigt, was war, nicht, was kommt. Zweitens fehlt der Maßstab: Ob eine Rohertragsmarge von 42 Prozent gut oder besorgniserregend ist, hängt von Branche und Geschäftsmodell ab. Für belastbare Aussagen braucht es deshalb zweierlei – den Vergleich mit dem Branchenschnitt und eine Planung, die die Zahlen in die Zukunft verlängert.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich die SuSa auswerten?+

Monatlich, sobald die Buchhaltung abgeschlossen ist. Wer die SuSa nur zum Jahresabschluss ansieht, erkennt Fehlentwicklungen bis zu zwölf Monate zu spät.

Was ist der Unterschied zwischen SuSa und BWA?+

Die BWA ist eine verdichtete Auswertung der Erfolgskonten in standardisierter Struktur. Die SuSa zeigt dagegen alle Konten einzeln – inklusive Bestandskonten wie Bank, Forderungen und Verbindlichkeiten, die in der BWA fehlen.

Kann ich meine SuSa selbst analysieren?+

Die Grundfragen – Liquidität, Forderungen, Rohertrag – können Sie mit etwas Übung selbst beantworten. Für Benchmark-Vergleiche und die Ableitung konkreter Maßnahmen lohnt sich der Blick erfahrener Analysten.

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